Bauch-Kopf-Herz (Gedankeneintopf II)

Ich habe noch nie ein Tagebuch geführt. Irgendwie war das nie so wirklich mein Ding. Einem Buch oder einem Heft anvertrauen, was ich fühle, denke und erlebt habe? Emotionen mit Worten beschreiben? Immer wenn ich genau das versuchte und mir im Nachhinein durchgelesen habe, was ich da zu Papier gebracht hatte, dachte ich das klingt doch lächerlich. Aber manchmal, wenn man das Gefühlt hat, dass der Kopf platzt vor lauter Gedanken, dann muss man reden oder schreiben. Das tut Herz und Seele gut :)

Versuchen wir es mal mit einer Fragestellung, die mich seit meiner Rückkehr aus Amerika sehr beschäftigt. Oft habe ich das Gefühl, dass mein Leben in Deutschland viel begrenzter und starr ist als ich das gerne hätte. Leistungsdruck ist eines der Worte, das hier unglaublich allgegenwärtig ist. Zeigen, dass man taff ist, stark ist und ehrgeizig. Überlebensinstint? Glück kommt in dieser Rechnung oft nicht unbedingt vor. Natürlich entscheidet man selber ob man glücklich ist oder nicht, aber die Macht von Vorgaben, Normen, Werte und Mustern bringt einen schnell dazu sich für einen weniger glücklichen Weg zu entscheiden. Abstriche und Kompromisse sind zwei weitere sehr beliebte deutsche Worte. Doch was pasiert, wenn man Entscheidungen trifft, die einen auf den ersten Blick scheitern lassen? Scheitern heißt verlieren und daher für mich sofort aus Kopf, Herz und Wortschatz gestrichen. In Wirklichkeit kann scheitern nämlich auch gewinnen heißen. Wer eine Entscheidung trifft, die nicht haargenau in einen perfekten Lebenslauf passen, der hat gewonnen. Der hat nicht nur für sich eine wunderbare Erfahrung gewonnen, sondern auch ein Stück seines persönlichen Glück zurück. Und mal ganz ehrlich: Wie viele von euch können behaupten, dass Sie niemals mit einer Entscheidung unglücklich waren. Also ich gehöre nicht zu der Sorte Mensch, die, seit sie drei Jahre alt sind, wissen dass sie Tierarzt oder Astronaut werden wollen und jetzt genau in dem Haus oder der Wohnung wohnen, die ich damals mit Buntstiften gemalt habe. Verlieren oder scheitern wird daher mit einer völlig falschen Bedeutung bemessen. Immer wenn sich eine Tür schließt öffnet sich eine Andere. Immer, wenn man das Gefühl hat man fällt in ein tiefes Tal muss es auch einen Berg geben der wieder nach oben führt – sonst hieße es nicht Tal. Das einzige was man für sein eigenes Glück braucht ist Mut. Mut für Veränderungen. Kämpfe für das, was du bist und wofür du stehst. Für deine Werte deine Ideale dein Herz! Und auch wenn du nicht genau weißt, wer du bist, oder was deine Werte sind, dann kämpfe für das, was dich glücklich macht! Erinnere dich an deine Wurzeln, deine Wünsche und Träume. Schaffe dir dein eigenes Glück mit einer einfachen Entscheidung: Sag nein zu dem, was dich unglücklich macht!

Eure Saskia

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